Bürgerinitiative in Weiler sammelt noch bis Samstag Unterschriften gegen neuen Supermarkt

von Torsten Ochs“

„Sind gegen den geplanten Supermarkt am Ortseingang von Weiler: Hanna Becker und ihr Bruder Martin Becker hoffen, dass genug Unterschriften für ein Bürgerbegehren zusammenkommen. Bis 25. Juli muss eine Liste mit 700 Unterschriften vorliegen. Foto: Torsten Ochs“



Quelle: Badische Neueste Nachrichten (BNN) | bnn.de
Die Leitung der Bürgerinitiative „Hofacker Weiler“ setzt die Wählergemeinschaft WIR-IN-WEILER ( WIW ) vom Erscheinen des Artikels „Gibt es ein Bürgerbegehren?“ in den Badischen Neuesten Nachrchten ( BNN ) in Kenntnis und kündigt der Wählergemeinschaft ihre nächsten Schritte an.
2026-08-05




2026-07-21
„Keltern. 700 Unterschriften. So viel muss die „Bürgerinitiative Hofacker Weiler“ zusammenbekommen, um ein Bürgerbegehren gegen den Bau eines Rewe-Supermarktes zu beantragen. Am 25. Juli endet die Frist.
Hanna Becker aus Weiler ist zuversichtlich, dass es reicht. Sie ist eines der rund 20 Mitglieder der Bürgerinitiative und mit ihren Mitstreitern dabei, auf der Zielgeraden die noch fehlenden Unterschriften zu sammeln.
Die Gruppe will erreichen, dass der Beschluss des Kelterner Gemeinderats aufgehoben wird. Der hat am 28. April 2026 die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Damit ist die Gemeinde dem Plan, auf der grünen Wiese am Ortseingang von Weiler einen Supermarkt zu bauen, einen Schritt näher gerückt.
Frank und Matthias Zimmer sind die Projektentwickler für die Rewe Group. Sie halten trotz der Widerstände aus der Bevölkerung an ihren Plänen fest. Auch nach vier Jahren intensiver Bemühung seien sie „felsenfest“ davon überzeugt, mit einem modernen Vollsortimenter die Nahversorgung zu verbessern, sagten sie kürzlich bei einem Gespräch mit Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger (parteilos) im Rathaus.
Geplant ist der Bau eines Rewe-Marktes mit einer Verkaufsfläche von 1.320 bis 1.350 Quadratmetern und 101 Parkplätzen. Geeignet wäre nach Ansicht der Planer die Fläche gegenüber dem Friedhof im Gewann Hofäcker, die früher landwirtschaftlich genutzt wurde.

Uns stört, dass das Riesenprojekt auf bester Fläche gebaut werden soll.

Hanna Becker
Bürgerinitiative


Momentan sei die Fläche zwar eine Wiese, habe aber Ackerstatus und sei mit einer Ackerwertzahl zwischen 60 und 70 (von 100) viel zu gut, um einen Supermarkt darauf zu bauen, sagt Martin Becker, der mit seiner Frau Ursula die Mühle Beck betreibt.
„Uns stört, dass das Riesenprojekt auf bester Fläche gebaut werden soll. Es soll nicht noch mehr Oberfläche versiegelt werden“, fügt Hanna Becker hinzu.
Die Supermarkt-Gegner verweisen auf die Erweiterung des Baugebiets Schlossäcker und innerörtliche Bebauung. Diese solle stattdessen vorangetrieben werden, etwa auf den gemeindeeigenen Grundstücken in der Hauptstraße 22 und 24.
„Was wir brauchen, ist ein Nahversorger, der fußläufig erreichbar ist und der Ortsgröße von Weiler entspricht. Es sollten keine landwirtschaftlich genutzten Wiesen verbraucht werden“, schreibt die Initiative in ihrem Faltblatt.
Die Initiative argumentiert weiter, dass der neue Supermarkt umliegende Einzelhändler unter Druck setze. Er würde Kunden aus den Geschäften in anderen Ortsteilen von Keltern abziehen und dort die Nahversorgung gefährden.
Viele Bewohner von Dietlingen und Ellmendingen schütteln den Kopf über die Supermarkt-Pläne in Weiler und sehen den eigenen Standort in Gefahr, erzählt Hanna Becker. Sie befürchtet einen Verdrängungswettbewerb und weist auf die bestehenden Einkaufsmöglichkeiten in Weiler hin.
Anders sehen das die Planer: Ihrer Ansicht nach kaufen viele Kelterner derzeit in Ittersbach, Straubenhardt, Remchingen oder Langensteinbach ein. Keltern verzeichne im Lebensmittelbereich einen erheblichen Kaufkraftabfluss. Zudem seien Drogerieartikel derzeit nicht vor Ort erhältlich.
Die Pläne für den Supermarkt in Weiler gibt es schon einige Jahre. Im Juli 2023 wurden sie im Gemeinderat vor Publikum vorgestellt. Während einige den neuen Einkaufsmarkt begrüßen und als Chance für die 1.300-Einwohner-Gemeinde sehen, befürchten viele Einwohner Nachteile für die kleinen Läden und die Einkaufsstrukturen im Ort. Der Gemeinderat beschloss damals, in die Planungen einzutreten.
Ursprünglich war in dem zweigeschossigen Gebäude auch ein Kindergarten mit vier Gruppen vorgesehen. Und eine Verkaufsfläche von 1.500 Quadratmetern, die damit doppelt so groß wäre wie bei den Lebensmittelmärkten im benachbarten Straubenhardt und Ittersbach.
Im Januar 2024 überreichte die Bürgerinitiative eine Liste mit 330 Unterschriften von Einwohnern aus Keltern und den umliegenden Orten an den Bürgermeister. Allerdings gab es auch Befürworter des Supermarktes, die eine Liste mit rund 100 Unterschriften an die Gemeinde übergaben.
Selbst wenn die 700 Unterschriften für das Bürgerbegehren nicht erreicht werden, gibt es noch Hürden für den neuen Supermarkt. Gründstücksfragen müssen geklärt werden. Auch der zuständige Regionalverband muss noch über das Projekt entscheiden. Bislang gab es dort nur vorbereitende Gespräche.“




Die Darstellung des kompletten Artikels in: Badische Neueste Nachrichten (BNN) | Pforzheimer Kurier

Badische Neueste Nachrichten ( BNN ) | Pforzheimer Kurier | 21. Juli 2026 | LOKALES | Ausgabe Nr. 165 | S. 21
Journalist: Torsten Ochs
Titel: Gibt es ein Bürgerbegehren ?
Untertitel: Bürgerinitiative in Weiler sammelt noch bis Samstag Unterschriften gegen neuen Supermarkt


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